Orgelmusik auf der freien Trauung? Ja, das geht!

Stellt euch vor: Die Braut zieht bei eurer freien Trauung ein und dazu erklingt ein voller und festlicher Orgelklang wie in einer Kathedrale. Ja, das geht – denn Orgelmusik ist technisch nicht an eine kirchliche Hochzeit gebunden. Es gibt verschiedene Lösungen, wie ihr Orgelklang auch auf eurer freien Trauung einsetzen könnt, ganz gleich, ob ihr im Festzelt, im Standesamt oder unter freiem Himmel heiratet. Ich zeige euch, was möglich ist – von leicht umsetzbaren bis hin zu sehr exklusiven Möglichkeiten.

  1. Deshalb passt Orgelmusik auch zu freien Trauungen
  2. Essential – Playback aus Lautsprechern
  3. Advanced – Orgelklang aus dem E-Piano
  4. Signature – Tragbare elektronische Orgel
  5. Royal – E-Orgel mit exklusivem Sampleset
  6. Fazit: Das kostet mobiler Orgelklang

Deshalb passt Orgelmusik auch zu freien Trauungen

Für viele ist die Orgel und damit auch der Orgelklang verständlicherweise fest verbunden mit der sakralen Atmosphäre im Kirchenraum – schließlich ist das Instrument historisch und gegenwärtig in erster Linie für die kirchliche Liturgie konzipiert und gebaut. Im Gottesdienst übernimmt sie die Aufgabe eines Orchesters, indem sie nicht nur die Gemeinde beim Gesang stützt, sondern auch für Solostücke oder das Spiel im Ensemble bereitsteht.

Das wiederum heißt nicht automatisch, dass Orgelmusik außerhalb der Kirche unpassend oder gar undenkbar wäre. Ein Beispiel: In großen Konzertsälen, wie etwa in der Elbphilharmonie, sind oft auch Orgeln verbaut, die für Konzerte genutzt werden. In der Folge entsteht eine gewisse ›Verweltlichung‹ der Orgel, da sie aus dem geistlichen Kontext der Kirche herausgelöst wird.

Warum also sollte man bei einer freien Trauung auf Orgelmusik verzichten müssen? Sicher, manche werden einwenden, dass die Orgel hier ideologisch schlicht nicht hingehöre und unnatürlich wirke – schließlich handelt es sich bei einer freien Trauung um eine Zeremonie, die ihren Platz ursprünglich in der christlichen Liturgie hat.

Trotzdem möchten manche Brautpaare, die sich frei trauen lassen, nicht auf die festliche Atmosphäre verzichten, die durch Orgelmusik entstehen kann. Manche gehen sogar einen Schritt weiter und heiraten deshalb kirchlich, weil sie einfach Stimmung und Ambiente in einer Kirche mögen. Ich als Hochzeitsorganist sage dazu bewusst ganz liberal und neutral: eure Trauung, eure Entscheidung – Punkt!

Wenn ihr also überlegt, Orgelmusik in den Ablauf eurer freien Trauung einzubinden oder euch schon dazu entschieden habt, möchte ich euch nachfolgend ein paar Hinweise geben. So könnt ihr abwägen, welche Lösung einerseits zu eurem Budget passt und welche andererseits ästhetisch für euch zufriedenstellend ist. Dabei gilt der allgemeine Grundsatz: je individueller desto kostenintensiver.

Essential – Playback aus Lautsprechern

Wenn euch das individuelle Moment, das durch Livemusik entsteht, weniger wichtig ist und ihr euer Budget schonen möchtet, könnt ihr einfach eine Aufnahme über Lautsprecher abspielen lassen. Am besten ist, ihr stellt jemanden von euren Gästen ab, der die Orgelmusik an den richtigen Momenten startet.

Es empfiehlt sich, vor Beginn der freien Trauung einen Technikcheck zu machen: Ist die Verbindung zwischen Abspiel- und Endgerät stabil genug? Passt die Lautstärke? Achtung: Musik kann insbesondere dann, wenn sie nicht vom selben Album stammt, unterschiedlich laut sein – es kommt vor, dass die Lautstärke deshalb von Stück zu Stück unterschiedlich eingestellt werden muss.

Um euch Lautsprecher zu organisieren, habt ihr mehrere Möglichkeiten. Vielleicht habt ihr das Glück, dass jemand unter euren Gästen eine entsprechende Anlage besitzt und ihr sie nutzen könnt. Alternativ bietet sich eine Ausleihe an, die euer Budget nicht überstrapaziert: Dazu findet ihr meistens lokale Anbieter oder auch größere Firmen, die euch zudem fachlich beraten können.

Die einfachste und beste Möglichkeit ist meistens, dass euer DJ euch seine Lautsprecher zur Verfügung stellt. Bei dieser Variante müsst ihr euch vermutlich wenig Gedanken über die ›richtigen‹ Lautsprecher machen, da DJs oft gute Technik haben (müssen), um die Party mit ausreichend Klangvolumen und -qualität zu bespielen. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr ohnehin einen DJ gebucht habt und dieser auch schon nachmittags vor Ort ist oder es zumindest nach Absprache mit euch möglich machen kann. Klärt am besten direkt mit eurem DJ, ob das machbar ist und er seine Geräte überhaupt fremdsteuern lässt.

Ein letztes Wort noch zur Klangqualität: Orgelmusik lebt vor allem auch durch ihren satten Bass – achtet in allen Varianten unbedingt darauf, dass ihr neben einer guten Klangauflösung im Bassbereich ausreichend Power habt. Das gilt umso mehr, wenn ihr unter freiem Himmel oder in einem Zelt mit offenen Wänden heiratet, wo sich der Klang schnell verflüchtigt. Im besten Fall habt ihr sogar zwei Lautsprecher zur Verfügung, die ihr vorne links und rechts platzieren könnt.

Advanced – Orgelklang aus dem E-Piano

Als Hochzeitsorganist erreichen mich immer mal wieder Anfragen, ob ich auch ein E-Piano habe, mit dem ich auf freien Trauungen Orgelmusik spielen kann. Meine Antwort ist immer dieselbe: Ja, habe ich, aber ein E-Piano oder Keyboard eignet sich in den allermeisten Fällen nur sehr bedingt für gute und qualitativ hochwertige Orgelmusik.

Das hat zwei Gründe: Erstens verfügen die E-Pianos in der Regel über keine guten Audio-Samples. Das heißt: Der interne Orgelklang von Keyboards klingt wenig authentisch und sehr künstlich – es soll ja ein gutes Klavier und keine Orgel sein.

Zweitens fehlt beim Keyboard in der Regel das Pedal – aber gerade das Pedal, das bei der Orgel mit den Füßen gespielt wird, macht den Orgelklang so besonders und voluminös. Mein Fazit: Klanglich ist eine fertige Aufnahme via Lautsprecher definitiv die bessere Wahl als Orgelmusik über ein E-Piano. Dafür aber habt ihr einen Pianisten, der nur für euch live und einzigartig Musik macht.

Falls ihr ohnehin einen Pianisten für eure freie Trauung engagiert habt und diese Lösung für euch trotz den klanglichen Nachteilen in Betracht kommt, fragt einfach nach, denn das kostet nichts. Vielleicht kann er euch ein paar Hörproben mit dem Orgelklang seines E-Pianos schicken, und dann könnt ihr immer noch abwägen, ob es für euch gut genug klingt oder nicht.

Signature – Tragbare elektronische Orgel

Es gibt sie tatsächlich: die tragbare und mobile Orgel für den flexiblen ›Feldeinsatz‹ außerhalb des Kirchenraumes. Ein solches Setup, das sich einigermaßen bequem dorthin transportieren lässt, wo ihr Orgelmusik haben möchtet, setzt sich aus fünf Teilen zusammen: Ständer, Orgelbank, Spieltisch, Orgelpedal sowie separate Lautsprecher für die externe Klangabstrahlung.

Der Transport solcher Orgeln kann bereits in einem kleinen Kombi und mit umgelegten Sitzbänken funktionieren. Alle einzelnen Teile sind außerdem von einer Person tragbar. Egal also, an welchem Ort ihr frei heiratet – ob Standesamt, Festzelt oder im Freien – eine mobile Orgel kann genau dorthin gebracht werden.

Wie gut können solche Orgeln nun klingen? Ich sage es einmal so: Wenn der Orgelsound über ordentliche externe Lautsprecher abgestrahlt wird, dann werdet ihr den Unterschied zu einer analogen Orgel nicht hören können (vorausgesetzt beide Instrumente erklingen im selben Raum!). Die Chance, dass elektronische Orgeln im direkten Vergleich sogar besser klingen, ist nicht zuletzt deshalb hoch, weil sie nicht verstimmt werden können und keine regelmäßige Wartung erforderlich ist.

Die Klangerzeugung bei tragbaren E-Orgeln kann technisch gesehen und je nach Hersteller und Modell über zwei unterschiedliche Methoden erfolgen. Vorweg: Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, und es ist absolut subjektiv, welche man klangästhetisch bevorzugt. Es gibt kein objektives Besser oder Schlechter.

Bei der ersten Methode wird der Orgelklang beim Drücken einer Taste mathematisch-physikalisch berechnet und vollkommen künstlich erzeugt, ähnlich wie bei einem Synthesizer (z. B. bei der sog. Physis-Technologie). Es ist überraschend, wie nah dieser Klang selbst für geübte Ohren an den Klang einer analogen Orgel heranreicht. Ein Vorteil dieser Technologie ist, dass man den Klang per Software extrem vielfältig variieren und individualisieren kann – der Nachteil: Der Sound kann für viele Ohren ein wenig zu sauber und steril klingen, zu ›perfekt‹.

Bei der zweiten Variante erfolgt die Klangerzeugung über ein Sampleset. Das bedeutet, dass der Klang einer realen analogen Orgel aufwendig aufgenommen wurde und nun elektronisch wiedergegeben wird. Einerseits erscheint der ausgegebene Klang hier lebendiger und authentischer, andererseits kann der Organist den fest aufgenommenen Klangcharakter so gut wie nicht verändern.

Die Lösung, mit einer mobilen E-Orgel für gute Orgelmusik auf eurer freien Trauung zu sorgen, ist ganz klar ziemlich exklusiv. Es gibt nicht viele Organisten, die a) mit der Hardware dafür ausgestattet sind und b) diese Dienstleistung dann überhaupt freiberuflich anbieten. Umso individueller, einzigartiger und eindrucksvoller wirkt es auf euch und eure Gäste, wenn ihr bei eurer freien Trauung plötzlich mit sattem Orgelklang aufwarten könnt und dort auch noch jemand sitzt, der seine eigene Orgel mitgebracht hat.

Royal – E-Orgel mit exklusivem Sampleset

Die letzte Möglichkeit ist praktisch die Königsdisziplin. Hier bringt der Organist nicht nur eine eigene E-Orgel mit. On top habt ihr als Brautpaar sogar noch die Möglichkeit, euch das Orgelsample, mit dem eure Wunschmusik live gespielt wird, im Vorfeld auszusuchen. Das heißt konkret: Ihr wählt in Absprache mit dem Organisten vorab die reale Orgel aus, die erklingen soll. Elektronische Orgeln können prinzipiell als MIDI-Spieltische verwendet werden, sodass es möglich ist, nicht nur den originalen und intern in der Orgel gespeicherten Sound zu verwenden, sondern die Instrumente mit fast beliebigen Sounddateien zu bestücken.

Am Praxisbeispiel heißt das ganz konkret: Euch gefällt die mächtige Orgel in der Kathedrale von Nancy? Theoretisch kein Problem – sie (bzw. ihr Klang) kommt zu euch auf die freie Trauung!

Praktisch gesehen kommt es hier allerdings besonders auf euer Budget an, das ihr für den Hochzeitsorganisten auf eurer freien Trauung vorgesehen habt. Denn nicht nur kosten gute Samplesets schnell mehrere hundert Euro – pro Orgel, wohlgemerkt. Glück habt ihr, wenn euer Organist zufällig euer gewünschtes Sampleset besitzt.

Technisch läuft das Einspeisen von Samplesets außerdem so, dass die Sets auf einem PC gespeichert werden, der an die Orgel angeschlossen wird. Während des Orgelspiels wird dann der Orgelsound in Echtzeit nicht vom internen Speicher der Orgel ausgegeben, sondern vom Sample auf dem PC bedient – und dafür ist ein extrem rechenstarkes Notebook vonnöten, das preislich im mittleren vierstelligen Bereich liegt.

Diese äußerst exklusive Variante von Orgelmusik auf der freien Trauung kommt sicher für die wenigsten Brautpaare infrage. Die meisten möchten einfach einen festlichen und schönen Orgelklang haben – dafür braucht es keine große Auswahl an analogen Orgelklängen. Wenn ihr also keine Orgelliebhaber seid oder ihr keine maximale Exklusivität und Individualität bei der Musik anstrebt, dann genügen die in einer mobilen Orgel hinterlegten Standardklänge völlig.

Fazit: Das kostet mobiler Orgelklang

Letztlich ist und bleibt der Orgelklang und die Musik auf eurer freien Trauung insgesamt eine Frage eures Budgets. Es ist wie bei Musikinstrumenten auch: je kostspieliger desto besser und individueller (hoffentlich!). Wenn ihr Orgelmusik in eure Trauzeremonie integrieren möchtet, dann stehen euch einige Optionen und budgetäre Abstufungen zur Verfügung.

Als deutschlandweit einer der wenigen Hochzeitsorganisten, die mobile Orgelmusik für freie Trauungen anbieten, habe ich eine subjektive Empfehlung für euch: Wenn euch Orgelmusik zur freien Trauung beispielsweise zum Einzug der Braut, beim Auszug der Gäste oder nach dem Ringtausch wichtig genug ist, dann kann der goldene Mittelweg für euch eine Option sein. Ein Organist, der für euch auf seiner mobilen Orgel spielt, kostet kein Vermögen. Die Honorare für freiberufliche Hochzeitsorganisten starten – abhängig von Saison, Termin und Anfahrtszeit – im mittleren dreistelligen Bereich, inklusive Transport und Auf- und Abbau der Orgel.

Falls ihr Fragen dazu habt oder euren Termin unverbindlich anfragen wollt, meldet euch gerne per WhatsApp, Anruf oder E-Mailich helfe euch gerne bei euren Planungen und Gedanken weiter. Für mehr Infos zu meiner mobilen Orgel und für Hörbeispiele besucht mich gerne hier!

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